Buchtipp vom
Frühlingsnacht
Das faszinierendste an wirklich guter Literatur ist, dass man eigentlich gar nicht weiß, was einen so fasziniert hat.
Der Roman „Frühlingsnacht“ des norwegischen Schriftstellers Tarjei Vesaas (1897-1970) ist so ein Roman. In besagter Nacht, um die es geht, bewegen sich die Personen durch eine Geschichte, die an Dichte und Atmosphäre kaum zu übertreffen ist. Vesaas erzählt von dem Beginn einer Nacht, in der zwei Geschwister unerwartet Besuch bekommen. Fremde benötigen Unterkunft und als die beiden diesen Einlass gewähren, entwickelt sich eine Handlung, die an Absonderlichkeit kaum zu übertreffen ist. Gemeinsam mit der Natur Norwegens und den Empfindungen der Hauptfigur verschmelzen Innen- und Außenwelt, Wirklichkeit und Phantasie zu einer Energie, die noch nach der Lektüre in mir angedauert hat.
Das ist große Literatur!
(A.Cibis)
Guggolz Verlag, gebunden, 240 S., 25 €
