Samstag, 21.05.2011 - Sonntag, 22.05.2011

Uwe Johnson-Filmwochenende

„Ich möchte den Lesern Uwe Johnson vermitteln und begreiflich machen, damit sie seine Werke anders lesen, anders aufnehmen können", sagt Hildegund Laaff von der Lengfeld'schen Buchhandlung Köln. Am 21. und 22. Mai veranstaltet die Lengfeld'sche im Kölnischen Kunstverein daher ein Filmwochenende zu Uwe Johnson: Gezeigt werden Filme mit und über Uwe Johnson. Am Samstag, 21. Mai, 18 Uhr wird die Regisseurin Saskia Walker ihren Film „Uwe Johnson sieht fern - Einblicke ins DDR-Fernsehen der 60er Jahre" persönlich vorstellen.

„Ich schätze Uwe Johnson sehr und seinen Roman ‚Jahrestage' ganz besonders, weil es eben ein Stück deutsch-deutsche Geschichte ist, in dem die zeitgeschichtlichen Hintergründe - Nationalsozialismus, die 68er Jahre, Prager Frühling - immer mit der erzählten Geschichte verschmelzen. Hinzu kommt Johnsons unglaubliche Sprachakrobatik," so Laaff.

Über 15 Jahre hat Uwe Johnson an seinem Zentralwerk „Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl" gearbeitet. Zwischen der Veröffentlichung des ersten und des letzten Bandes waren 13 Jahre vergangen, das Opus Magnum umfasst knapp 2.000 Seiten mit mehr als 500 Figuren und 125 Spielorten. In der Lengfeld'schen Buchhandlung wird „Jahrestage" jeweils am ersten und dritten Dienstag im Monat vom Sprecher und Schauspieler Bernt Hahn vorgetragen. Um die Lesungen mit Hintergrundinformationen zu erweitern, Johnsons Person näher vorzustellen und das Zentralwerk mit weiteren seiner Werke zu kontrastieren, zeigt die Lengfeld'sche Buchhandlung die wichtigsten Filme über Johnson. Daneben stehen kürzere TV-Ausschnitte aus Kultursendungen sowie andere TV-Auftritte Johnsons, die für das Filmwochenende zusammengetragen worden sind.

Jeweils von ca. 11:00 bis 20:00 Uhr werden die Filme im Veranstaltungssaal des Kölnischen Kunstvereins im ersten Stock gezeigt. In den Pausen sind die Besucher herzlich zu Fragen und Diskussionen eingeladen.

Filme und Dokumentationen am Johnson Filmwochenende:

Samstag, 21.05.2011

11.00 - 11.15 Uhr
Auszüge aus dem Film Jahrestage von Margarethe von Trotha
11.30 - 12.45 Uhr
Es ist eine Welt gegen die Welt zu halten. Für Uwe Johnson
Eine Gesprächsrunde mit Manfred Bierwisch, Rolf Michaelis, Reinhard Baumgart, Jürgen Becker, Sibylle Cramer [&] Siegfried Unseld
13.45 - 14.30 Uhr
Im Gespräch: Uwe Johnson. Interviews und Monologe
Zusammengestellt von Wilfried F. Schoeller
15.00 - 16.00 Uhr
In Jericho und anderswo. Uwe Johnson und die DDR
Ein Mosaik von Wilfried Schoeller

16.15 - 16.30 Uhr

Uwe Johnson über Ingeborg Bachmann. Gespräch mit Peter Hamm

Auszug eines Films von David Wittenberg

16.45 - 17.30 Uhr
Fragen Sie doch Gesine Cresspahl.
Beschreibungen und Sätze Uwe Johnson
Montage von Jürgen Hassel
18.00 - 20.00 Uhr
Uwe Johnson sieht fern.
Einblicke ins DDR-Fernsehen der 60er Jahre von Uwe Johnson
Im Anschluss Gesprächsrunde mit Filmemacherin Saskia Walker

 

Sonntag, 22.05.2011


11.00 - 11.45 Uhr
Mutmaßungen über die Wirklichkeit. Der Schriftsteller Uwe Johnson
Film von Jürgen Bewers
12.00- 12.30 Uhr
Selbstanzeige. Reinhard Baumgart im Gespräch mit Uwe Johnson
13.30 - 14.30 Uhr
Wohin ich in Wahrheit gehöre. Über Uwe Johnson
Film von Hilde Bechert und Klaus Drexel
14.45 - 15.30 Uhr
Auf den Spuren von Gesine Cresspahl. Mit Uwe Johnson in New York
Film von Klaus Podak
15.30 - 16.00 Uhr
Osterwasser
Kurzfilm von Saskia Walker nach der gleichnamigen Erzählung von Johnson
16.30 - 17.30 Uhr
Wasserlandschaften
Film von Achim Gerloff
17.30 - 17.45 Uhr

Die Katze Erinnerung

Film von David Wittenberg

18.00 - 20.00 Uhr
Summer in the City
Film über New York und seine Bezüge zu den Jahrestagen


Der im Februar 1984 verstorbene Uwe Johnson wurde nur 49 Jahre alt. Unter anderem erhielt er für sein Schaffen den Büchner Preis und den Heinrich Böll Preis. Die deutsch-deutsche Teilung war zentrales Thema seiner Werke - gegen das verkürzende Etikett „Dichter der beiden Deutschland" wehrte er sich jedoch bis zu seinem Tod erfolgreich. Johnson zeichnete sich durch eine scharfe Beobachtungsgabe und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn aus. Abseits der Zeitgeschichte zu schreiben, war für ihn nicht möglich. Seine Geschichten spielen immer auch in der Geschichte: Nationalsozialismus, die 68er Jahre, Prager Frühling und Vietnamkrieg bilden Hintergründe für seine Figuren, die darüber hinaus vollständige Biographien besitzen, sich in seinen Werken immer wieder begegnen und im großen Finale, den „Jahrestagen", schließlich alle zusammenfinden. Uwe Johnson gilt weithin als schwieriger Autor, da sich seine Werke einer flüchtigen Lektüre entziehen. Nicht zuletzt ein Grund für das Filmwochenende, das neue und weitere Facetten seiner Persönlichkeit, seines Werkes und seines Schaffens an den Tag legen soll.

Veranstaltungsort: Kölnischer Kunstverein "Die Brücke", Hahnenstr. 8, 50667 Köln.

Der Kostenbeitrag für die Raummiete beträgt pro Person und Tag 20,00 Euro.

In Zusammenarbeit mit den Literaturfreunden der Lengfeld'schen Buchhandlung.

Anmeldung per Telefon, Fax oder E-Mail erbeten:
M. Lengfeld'sche Buchhandlung
Kolpingplatz 1
Tel. 0221 - 257 84 03
Fax 0221 - 258 16 57
info@lengfeldsche.de

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