Sonntag, 13.01.2013

Einmischen! Mitmischen! Aufmischen! Literaturinstitutionen in Köln stellen sich vor

Veranstaltungsort: Forum Volkshochschule im Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstr. 29-33

Köln ist eine Literaturstadt – so das Credo, wenn das
alljährliche literarische Event „Lit.Cologne“ gefeiert
wird. Doch auch in den Monaten zwischen dem Frühjahrs-
und nun auch Herbstereignis gibt es ein reges
literarisches Leben in der Stadt. Zum einen sind es
mehrere Buchhandlungen, vor allem diejenigen, die zu
den traditionsreichen zählen, und zum anderen sind es
Gesellschaften, Vereine, Institutionen sowie auch sehr
engagierte Einzel“kämpfer“, die mit brillanten Lesungen
und Vorträgen oder Performances aufwarten. Trotz der
zahlreichen, interessanten Veranstaltungen führen diese
Einrichtungen in den Medien oft ein ‚Schattendasein’.
Wie aufregend vielfältig und vielschichtig ihr literarisches
Angebot ist, zeigt das vorliegende Programm. Außerdem
erhalten Sie Informationen zum Programm der jeweiligen
Gesellschaften und Institutionen.
Im Bistro können Sie sich zwischendurch stärken. Der
Pianist Georg Leisse sorgt für die musikalische Umrahmung.


Herzlich willkommen zu einem literarischen Sonntag!

Für die Literaturfreunde der Lengfeld'schen Buchhandlung wird Bernt Hahn um 14.00 Uhr eine Erzählung von Gaito Gasdanow lesen (s.u.)

 

11.00 Uhr Begrüßung: Dr. Winfried Gellner


11.15 Uhr Lesebühne im Kulturladen Zollstock
Lebendige Literatur
lebendig präsentiert
Axel Gottschick und Lena Sabine Berg
Ernst Jandl: schtzngrmm und Humor;
Robert Walser: Dinerabend;
Ingeborg Bachmann: Was ich in Rom sah und hörte;
John Cleese u. Connie Booth: Zwei- oder dreimal die Woche

 

11.45 Uhr Kölner Goethe-Gesellschaft
West-östlicher Divan
Lesung Bernt Hahn _ musikalische Begleitu ng Michael
Faust/Querflöte _ Einführung Markus Schwering
Der 1819 erschienene „West-östliche Divan“ ist Goethes großes
lyrisches Alterswerk. Die souveräne Anverwandlung einer fremden
und fernen Kultur und Religion sowie die Umsetzung ihrer
Motive ins lyrische Bild zeigt Goethes großzügig-gelassenen,
aller einseitigen – eurozentrischen und erst recht nationalen
– Fixierung abholden Welt- und Gottesbezug. Dieser geistigen
Haltung eifert auch die Kölner Goethe-Gesellschaft nach, deren
reichhaltiges Veranstaltungsprogramm sich gerade Goethes
weltliterarischer Sendung verpflichtet weiß.


12.30 Uhr Literaturhaus Köln
Sprechduette
Julia Trompeter und Xaver Römer
Mitreißende Lieder in Sprache, ein arrangiertes, teils dialogisches,
teils polyphones Sprechen, mal buntes Durcheinander
wie im samstäglichen Einkaufstrubel, mal andächtige Beschwörung.
Die Sprechduette folgen der Erfahrung, dass die Wahrnehmung
häufig weder stringent noch eindimensional zu
Werke geht, sondern ihr Gesamtbild eher aus vielen verschiedenen
Eindrücken zusammensetzt. Als Zuhörer hören wir zwei
separate Stimmen und ergänzen die Texte erst selbst zu einem
Ganzen, wobei wir immer frei sind, der einen oder der anderen
Stimme mehr zu folgen. So entsteht ein Spiel von Aufmerksamkeiten.

 

13.00 Uhr Literarische Gesellschaft Köln
Spurensuche im Verlorenen
Vortrag Frank Möller
Das Kölner Stadtarchiv war auch ein Ort der Literatur, wo
Wissenschaftler und Publizisten in den Vor- und Nachlässen
zahlreicher Kölner Autoren, Verleger oder Institutionen – wie
der Literarischen Gesellschaft – recherchieren konnten. Und
jetzt? Die Unterlagen sind verschwunden in Wasser und Schutt.
Frank Möller hat u. a. dort für seine Biographie über Joseph
C. Witsch geforscht und auch selber Material der Literarischen
Gesellschaft dem Archiv übergeben.


13.30 Uhr Fontane Gesellschaft
Wanderungen durch die
Mark Brandenburg
Eine fotografische Spurensuche mit Texten
von Theodor Fontane _ Spreche r Dr. Ralf Peters,
Fotos Helga Dropmann _ Musik Highland Musikarchiv


14.00 Uhr Literaturfreunde der
Lengfeld’schen Buchhandlung
Irrtum. Kurzgeschichte von
Gaito Gasdanow
Lesung Bernt Hahn
Die unveröffentlichte Erzählung schrieb der in Deutschland
bislang wenig bekannte russische Exilautor Gaito Gasdanow
(1903–1971), dessen Roman „Das Phantom des Alexander
Wolf“ dieses Jahr erstmals ins Deutsche übersetzt und hochgelobt
wurde. Gasdanow lebte seit 1923 im Exil in Paris; wegen
der existenzialistischen Prägung seines Werks wurde er wiederholt
als der „russische Camus“ bezeichnet.

 

14.30 Uhr Literaturoper
Die Verwirrungen des Zöglings
Törleß von Robert Musil
Sänger Lorenz Rommelspacher, Alexander Schmitt,
Alexandra Benz, Katharina Penner, Anna Herbst
Schauspiele rin Carole Schmitt _ Pia nist Georg Leisse
Musil seziert und analysiert in kunstvoller, hochliterarischer
und tiefenpsychologischer Manier das Phänomen der
Gewalt und die verzweifelte Identitätssuche der jugendlichen
Internatsschüler. Der Regisseur Andreas Durban und
der Komponist Henrik Albrecht schaffen genreübergreifende
Begegnungen von Oper, Schauspielkunst und Literatur.


15.00 Uhr Varnhagen Gesellschaft
Rahel Varnhagen –
im Blick der „Anderen“
Vortrag Inge Brose-Müller
Der Nachlass von Rahel Levin und Karl August Varnhagen
ist eine unerschöpfliche Quelle zur Geschichte der Aufklärung,
der Literatur und der Politik im 19. Jahrhundert.
Ihre Erschließung fördert die Varnhagen Gesellschaft
durch Netzwerke, Veröffentlichungen und eine Ausstellung.
Rahels Denk- und Lebensstil wurden von Zeitgenossen
oft kontrovers beurteilt. An das „Mitmischen“ der
großen Briefschreiberin und Salonière im intellektuellen
Diskurs ihrer Zeit erinnert Inge Brose-Müller (Mannheim).


15.30 Uhr stimmfeld.de
Robert Musil.
Der Mann ohne Eigenschaften
Lesung Ralf Peters
Peters liest Auszüge aus dem Roman, mit dem er 2013
auf eine „Wanderlesung“ geht. Wer immer ihn bucht –
ob eine Buchhandlung, eine Institution oder eine Privatperson
– kommt in den Genuss einiger Kapitel. Peters
wird „bei jeder Lesung chronologisch im Text fortfahren“.

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